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21.07.2017Erste Geschlechtstiere bei der Roten Wespe! Bei den Baumhummeln wird es immer ruhiger. Dennoch gibt es weiterhin eine Wächterin am Einflugloch. Die letzten Jungköniginnen fliegen noch aus und ein sowie einige Arbeiterinnen. Bei den Roten Wespen deutet sich dagegen langsam der Höhepunkt an und es gibt mittlerweile die ersten Geschlechtstiere im Nest. Bisher habe ich aber nur Drohnen gesehen. Etwa 50-80 Arbeiterinnen bewohnen schätzungsweise das Nest. Das klingt nach vergleichsweise wenigen Tieren, aber die Art baut auch eher kleine Nester und auch die Volkstärke bleibt deutlich unter den Neststärken der anderen beiden heimischen Kurzkopfwespenarten (Deutsche und Gemeine Wespe). Damit sollte auch dieses Nest erfolgreich abschließen und hoffentlich noch viele Geschlechtstiere freisetzen. Ende August bis Mitte September ist dann die Saison für diese Art schon wieder vorbei.

 

Blick in den Garten und auf die Hummelnistkästen...

 

Das Nest der Roten Wespe in Kasten 2 ist weiter gewachsen...

 

Erste Geschlechtstiere (Drohnen) bewohnen das Nest...

 


29.07.2017: Jungköniginnen bei der Roten Wespe! Bei den Roten Wespen bewohnen neben vielen Drohnen mittlerweile auch große und kräftige Jungköniginnen das Nest. Besonders gegen Abend kann man diese auch auf der Nesthülle beobachten. Das Nest ist weiter gut versorgt, etwa 70-100 Arbeiterinnen bewohnen den Bau. Dazu kommen nochmal etwa 30-50 Geschlechtstiere, sodass die Gesamtvolkstärke bei etwa 100-150 Tieren liegen dürfte. Weiterhin schlüpfen aber auch neue Arbeiterinnen, welche sich vor allem am Vormittag einfliegen (Orientierungsflüge). Die Flugfrequenz liegt bei etwa 40-50 An- und Abflügen binnen 10 Minuten.

 

Blick auf die Hummelnistkästen...

 

Auf der Nesthülle sitzen zahlreiche Drohnen und große Jungköniginnen...

 

Die Tiere sind dennoch sehr friedlich und lassen sich direkt am Nest beobachten...

 

Bei den Baumhummeln gibt es noch etwa 30 Arbeiterinnen sowie einzelne Jungköniginnen (2-5), die aber scheinbar nicht wirklich in die Winterquartiere abfliegen wollen. Eher beteiligen sie sich weiterhin an der Nahrungsbeschaffung. Im Nest gibt es nur noch einzelne Eigelege, aber keine größeren Larven oder Puppen mehr. Vorräte sind allerdings noch in gutem Maße vorhanden. Mittlerweile sind wieder Wachsmottenlarven im Nest zu beobachten. Da es aber keine Brut mehr gibt und die Geschlechtstiere abgeflogen sind (außer die wenigen letzten Jungköniginnen, die aber wohl auch nicht in die Diapause gehen werden), werde ich hier keine Gegenmaßnahmen mehr durchführen.

 


30.07.2017: Weiterhin sitzen auf der Nesthülle vor allem gegen Abend zahlreiche Geschlechtstiere. Daher gibt es auch heute nochmal 2 Fotos vom Nest...

 

Mehrere kräftige Jungköniginnen sitzen auch heute wieder gegen Abend auf der Nesthülle...

 

Kurze Zeit später - nun sind auch zahlreiche Drohnen und Arbeiterinnen zu sehen...

 


03.08.2017: Immer noch kann man Jungköniginnen und Drohnen am Nest der Roten Wespe beobachten, wenngleich es heute nicht mehr so viele waren wie noch vor einigen Tagen. Allerdings habe ich heute auch nur am Nachmittag geschaut und nicht gegen Abend. Die meisten Tiere befinden sich eher in den Abendstunden auf der Nesthülle. Bei den Baumhummeln gibt es auch noch Flugbewegungen, wobei es hier immer weniger werden...

 

Blick auf das Nest der Roten Wespe - weiterhin sitzen Jungköniginnen und Drohnen am Nest und es gibt viele Versorgungsflüge durch die Arbeiterinnen...

 


16.08.2017: Bei der Roten Wespe wird es zusehends ruhiger. Dennoch gibt es Versorgungsflüge und einige Geschlechtstiere. So konnte ich heute bei einer kurzen Kontrolle beispielsweise noch eine Jungkönigin am Nest beobachten. Bei den Baumhummeln ist auch noch jemand zu Hause. Etwa 10 Arbeiterinnen bewohnen noch die Waben, in denen sich auch einige Wachsmottenlarven tummeln. Zwar gibt es noch manchmal einzelne Eigelege, aber Larven werden nicht mehr aufgezogen. Es wirkt eher so, als genießen die letzten Tiere ihren weitgehend arbeitsfreien Lebensabend. Kleinere Vorräte befinden sich noch im Nest.

 

Blick auf die Nistkästen...

 

 

links: Das Nest der Roten Wespe: am Nesteingang zeigt sich kurz eine Jungkönigin - es gibt also noch Geschlechtstiere im Nest... ; rechts: Blick in den Baumhummel-Nistkasten - hier leben noch etwa 10 Arbeiterinnen und "genießen" ihren Lebensabend...

 


27.08.2017: Heute waren in der Zeit, in der ich mich an den Nistkästen aufhielt, keine Ausflüge mehr bei Baumhummel und Roter Wespe feststellbar. Bei der Roten Wespe sind aber noch einzelne Arbeiterinnen im Nest vorhanden. Bei der Baumhummel weiß ich dagegen nicht genau, ob das Nest bereits komplett verlassen ist, da ich aufgrund von Zeitmangel nicht im Kasten nachgeschaut habe.

 

Weiterhin habe ich eine Jungkönigin der Roten Wespe heute vor dem Nistkasten in der Wiese gefunden. Sie war noch nicht ganz ausgefärbt und hat wohl wegen Nahrungsmangel das Nest verlassen. Da mittlerweile kaum noch Arbeiterinnen vorhanden sind, werden die letzten Geschlechtstiere meist nicht mehr ausreichend versorgt und schaffen es oft auch nicht mehr, erfolgreich abzufliegen. Ich habe die Jungkönigin vorsichtig in die Hand genommen und wenig später ist sie - wohl durch die Handwärme - auch abgeflogen. Wegen dieser Beobachtung habe ich heute noch etwas Apifonda (Bienenfutterteig) in den Kasten gelegt, damit es auch den allerletzten Geschlechtstieren noch gelingt, abzufliegen. Ich vermute, dass das Nest der Roten Wespe Anfang September verlassen sein wird.

 


08.09.2017: Sehr positive Bilanz bei den Baumhummeln! Die Hummelsaison neigt sich dem Ende. Viele Arten sind mit ihrer Saison bereits durch. Bei Erd- und Steinhummel beispielsweise gibt es noch letzte Tiere in den Nestern, bei Wiesen-, Garten-, und Baumhummel stehen die Nester bereits leer. Einige Arten sind aber noch aktiv und setzen derzeit die Geschlechtstiere frei - wie beispielsweise die Ackerhummeln. Diese Art hat eine lange Saison und Nester können bis weit in den Oktober hinein aktiv sein, manchmal sogar noch etwa länger.

 

Während bei einigen Hummelarten die Nester bereits leer stehen, fliegen derzeit bei den Ackerhummeln noch zahlreiche Geschlechtstiere von den Nestern ab - hier ein Ackerhummeldrohn bei der Nahrungssuche...

 

Auch bei meinen Baumhummeln ist das Nest mittlerweile verlassen, sodass ich die letzten Waben noch auszählen konnte. Die Bilanz ist ausgesprochen positiv. Insgesamt wurden 870 Kokons angelegt, davon 450 Jungköniginnenkokons (davon 366 offen, 84 geschlossen), 148 Drohnenkokons (119 offen, 29 geschlossen) und 272 Arbeiterinnenkokons (271 offen, 1 geschlossen). Bezogen auf die Anzahl geschlüpfter Jungköniginnen ist es das erfolgreichste Nest, welches ist bisher in meinen Kästen beobachten konnte. Es wurden sogar mehr Jungköniginnen herangezogen als bei meinem bisherigen "Rekordhalter" - einem Erdhummelnest aus der Saison 2012. Damals waren es 295 Königinnenkokons (240 offen, 55 abgestorben). Dafür gab es dort damals mehr Drohnen (>500). Auch wenn es diesmal (wie oft bei starken Nestern) einige flugunfähige Tiere gab, die nicht abfliegen konnten, so kann man von mehr als 300 Jungköniginnen und mehr als 100 Drohnen ausgehen, welche das Nest erfolgreich verlassen konnten. Bemerkenswert ist die Verteilung von Drohnen und Jungköniginnen. Normalerweise werden immer mehr Drohnen als Jungköniginnen produziert, aber diemal wurde wesentlich mehr Energie in die Aufzucht neuer Königinnen gesteckt. Alles in allem eine hervorangende Bilanz. Bleibt nun zu hoffen, dass viele Jungköniginnen durch den Winter kommen und nächstes Jahr zu mir zurückkehren.

 

Bei der Roten Wespe konnte ich heute noch keine Bilanz erstellen. Tatsächlich gibt es noch einzelne Arbeiterinnen und Geschlechtstiere! Die Zufütterung mit Apifonda (Bienenfutterteig) vor einiger Zeit hat das Nest wohl nochmals positiv unterstützt und den Abflug einiger weiterer Geschlechtstiere erlaubt, die es normalerweise nicht mehr geschafft hätten. Mittlerweile wurde das Apifonda komplett gefressen und ich habe heute noch eine Jungköniginnen vor dem Nistkasten entdeckt, welche nicht fliegen konnte. Ich habe sie mit etwas Apifonda gefüttert und nach einiger Zeit flog sie gestärkt davon. Es scheint also immer noch einzelne Jungköniginnen zu geben, welche aber wohl nicht mehr wirklich von den Arbeiterinnen versorgt werden und - da das Apifonda bereits aufgebraucht war - nicht mehr genug Futter im Nest bekommen. Daher habe ich auch heute nochmal eine kleine Portion von diesem Bienenfutterteig im Nistkasten plaziert, um auch die letzten Nachzügler noch zu unterstützen.

 

Nest der Roten Wespe im Hummelkasten - es wirkt verlassen, doch tatsächlich gibt es noch einzelne Tiere im Nest...

 

Starthilfe für eine Jungkönigin der Roten Wespe: Da es kaum noch Arbeiterinnen gibt, werden die letzten Nachzügler nicht mehr ausreichend versorgt und krabbeln teils entkräftet aus dem Nistkasten - hier stärkt sich eine Jungkönigin an etwas Bienenfutterteig...

 


23.09.2017: Bilanz bei der Roten Wespe! Das Nest der Roten Wespe ist nun verlassen und konnte ausgezählt werden. Beim Blick in das Nest fanden sich 3 Wabenetagen. Die oberste Etage bestand nur aus Kleinzellen, wobei insgesamt 324 Zellen angelegt wurden, von denen 301 Zellen belegt waren. Aus dieser Wabe sind die Arbeiterinnen geschlüpft und später, gegen Ende der Entwicklung, auch einige Drohnen hervorgegangen. Etage 2 bestand aus 246 Großzellen, wobei in 160 Zellen die Brut zur vollständigen Entwicklung kam und diese Zellen auch verdeckelt waren. Mindestens 55 Jungköniginnen sind hier geschlüpft, wobei im Zentrum der Etage die Zellenränder durch die Arbeiterinnen wieder zurückgebaut wurden, sodass nicht mehr eindeutig gesagt werden konnte, aus welcher Zelle hier eine Königin oder ein Drohn geschlüpft ist. Die 3. Etage brachte es noch auf 87 Großzellen, wobei Brut in 16 Zellen noch zur Entwicklung kam und diese Zellen verdeckelt waren. Hier sind nochmal 9 Königinnen geschlüpft und 7 Drohnen. Insgesamt sind also mindestens 64 Jungköniginnen aus dem Nest hervorgegangen und wahrscheinlich mehr als 100 Drohnen.

 

Blick auf das Nest der Roten Wespe im Hummelkasten...

 

Schön sind die einzelnen Lagen der Nesthülle erkennbar...

 

3 Etagen wurden errichtet und mehr als 64 Jungköniginnen und über 100 Drohnen sind geschlüpft...

 

Damit ist nun Ruhe in meinen Nistkästen eingekehrt und die Hummelsaison am meinem Stand (diesmal auch mit Wespen als Untermieter) ist vorbei. Nun bleibt zu hoffen, dass möglich viele Jungköniginnen den Winter überstehen. Durch die sehr postive Bilanz bei den Baumhummeln kann ich wohl mit vielen Rückkehrerinnen im Frühjahr 2018 rechnen. Damit endet an dieser Stelle das Tagebuch 2017.

 


 

Das Tagebuch 2017 ist geschlossen!

 

 

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