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15.06.2017: Erste Jungköniginnen! Bei der Kontrolle des Baumhummelnestes in Kasten 5 konnte ich heute mind. 30 Jungköniginnen beobachten, welche beim Öffnen des Kastens an den Nistkastenwänden und auf dem Nest saßen. Zusammen mit 120-140 Arbeiterinnen dürfte nun die Gesamtvolkstärke bei etwa 150-180 Tieren liegen. Auch die Altkönigin ist weiter aktiv und sorgt für reichlich Nachwuchs. Das Nest wird mittlerweile immer reizbarer und man wird nun im Nestbereich von 2-3 m um den Kasten immer wieder angeflogen. Das kommt auch durch das warme Wetter zustande, da die Tiere auch viel Energie in die Nestkühlung stecken müssen, dadurch gestresst sind und leichter gereizt reagieren. Stiche gab es jedoch trotz der Anflüge nicht. Auch bei den Roten Wespen ist alles in Ordnung und es schlüpfen langsam immer mehr Arbeiterinnen. Die Königin fliegt nicht mehr aus, war aber heute kurz auf der Nesthülle zu sehen.

 

Blick auf den Hummelstand...

 

Erste Baumhummel-Jungköniginnen sitzen im Nistkasten... (Kasten 5)

 

Blick auf das starke Nest - weiterhin entwickelt sich viel Brut...

 


19.06.2017: Höhepunkt und zahlreiche Jungköniginnen! Im Baumhummelkasten saßen bei der heutigen Nestkontrolle mehr als 70 Jungköniginnen im Kasteninnenraum. Durch das sehr warme Wetter wird das Nest massiv durch Arbeiterinnen gekühlt und die Geschlechtstiere halten sich dabei gerne auf dem Nest auf. Man kann von (mind.) ca. 80 Geschlechtstieren ausgehen, wobei es derzeit fast nur Jungköniginnen und kaum Drohnen gibt. Zusammen mit den noch etwa 110-130 Arbeiterinnen liegt die Gesamtvolkstärke bei ca. 200 Tieren, womit der Höhepunkt der Kolonie erreicht scheint. Das Nest ist auch weiter gewachsen und es gibt unzählige Kokons von Jungköniginnen. Das liegt nicht zuletzt an der sehr aktiven Königin, die weiterhin bei der Eiablage zu beobachten ist. Auch die Vorratshaltung im Nest ist optimal und nahezu alle leeren Kokons und weitere Wachstönnchen sind mit Honig gefüllt. Die Pollenvorräte sind zu großen Silos emporgewachsen. Die Wachsamkeit der Tiere ist weiterhin sehr hoch - es gibt eben auch viel zu beschützen. Man wird zwar bereits im Bereich von 2-3 m um das Nest herum angeflogen, aber bisher waren es eher Drohungen ohne direkte Stechabsicht. Lediglich bei den Nestkontrollen greifen die Hummeln deutlich an, weshalb dabei ein Stechschutz notwendig ist. Durch die hohe Wachsamkeit gibt es aber weiterhin keine Fliegen oder Wachsmotten im Nest, da zahlreiche Wächterinnen in der Eingangsröhre sitzen und genau prüfen, wer ins Nest darf und wer nicht. Neben den Bildern zum Nest gibt es unten auch mal wieder ein kleines Video, welches die Betriebsamkeit am Nest verdeutlichen soll...

 

Blick auf den dicht zugewachsenen Hummelstand...

 

 

Betriebsamkeit und Gedrängel am Nesteingang - viele Tiere fächeln Frischluft aufgrund der hohen Temperaturen ins Nest; auch "dicke" Jungköniginnen sieht man nun häufig ein- und ausfliegen - diese kehren noch einige Tage lang immer wieder zum Nest zurück, während sie sich auch verpaaren, sich Fettreserven für die Überwinterung anfressen und günstige Winterquartiere suchen...

 

Blick in den Nistkasten - Mehr als 70 Jungköniginnen sitzen auf dem Nest und an den Wänden des Kastens - ein beeindruckender Anblick...

 

Gruppe von Jungköniginnen...

 

Noch etwas näher...

 

Blick auf das große geöffnete Nest - es gibt zahlreiche neue Kokons von Jungköniginnen...

 

Die Altkönigin legt weiterhin Eier...

 

Video zum Baumhummelnest (externer Link: https://www.youtube.com/watch?v=mlKO1nyZdoE)

 

Bei den Roten Wespen geht es voran. Das Nest wächst zunehmend und immer mehr Arbeiterinnen lassen sich blicken. Aufgrund der Temperaturen knapp unter 30°C wird auch dort fleißig gekühlt und Frischluft ins Nest gefächelt.

 

Arbeiterinnen der Roten Wespe fächeln Luft zum Nest...

 

Das Nest ist weiter gewachsen...

 


27.06.2017: Bei den Baumhummeln gibt es weiterhin zahlreiche Jungköniginnen (ca. 50 Stück, ev. mehr), aber nur wenige Drohnen. Das Volk leistet sich damit fast nur Jungköniginnen. Etwa 90-110 Arbeiterinnen betreuen das Nest. Die Altkönigin habe ich heute nicht mehr gesehen. Vereinzelt gibt es bei den Jungköniginnen auch mal einige Tiere, die nicht fliegen können (obwohl die Flügel intakt sind)  - ganz selten auch mal eine Jungkönigin mit nicht entwickelten Flügeln. Bei der großen Zahl von Geschlechtstieren ist das aber nichts ungewöhnliches und auch die Hitze der letzten Tage kann sowas begünstigen. Auch das Alter der Altkönigin kann eine Rolle spielen. Bei den Roten Wespen geht es übrigens auch weiter voran.

 

Blick ins Baumhummelnest... (Kasten 5)

 

Viele Jungköniginnen bewohnen das Nest  - es gibt weiterhin viel neue Brut von vornehmlich Jungköniginnen...

 


03.07.2017: Immer noch bewohnen >50 Jungköniginnen und einige Drohnen neben 70-90 Arbeiterinnen das Nest. Die Altkönigin ist weiterhin nicht mehr zu sehen, weshalb ich davon ausgehe, dass sie mittlerweile gestorben ist. Weiterhin gibt es einzelne flugunfähige Jungköniginnen, die oft aber keine Missbildungen an den Flügeln aufweisen. Denkbar wäre zwar auch der Deforming-Wing-Virus (DWV), aber da ist das Schadensbild bei den Flügeln wesentlich massiver und wird auch im Laufe der Zeit immer deutlicher. Weiterhin schlüpfen noch wesentlich mehr gesunde Tiere. Das spricht insgesamt gegen einen solchen Virus und deutet eher auf andere - meist harmlose - Ursachen hin (Alter der Königin, sinkende Versorgung durch abnehmende Arbeiterinnenanzahl). Auch bei der Roten Wespe ist nach wie vor alles in Ordnung und es schlüpfen weiterhin neue Arbeiterinnen.

 

Baumhummeln - Gruppe von Jungköniginnen an der Kasteninnenwand... (Kasten 5)

 

Blick auf das Nest...

 

Etwas geöffnetes Nest - es gibt weiterhin zahlreiche Jungköniginnen...

 

Blick auf das Nest der Roten Wespe in Kasten 2

 


08./09.07.2017: Immer mehr Parasiten - Nestumsetzung! Bei den Baumhummeln gibt es mittlerweile noch etwa 40-50 Arbeiterinnen und ca. 30 Jungköniginnen. Weitere Kokons von Jungköniginnen sind vorhanden. Auch bewohnen zunehmend mehr Drohnen das Nest. Es gibt nach wie vor einige  flugunfähige Tiere mit intakten Flügeln, aber auch vereinzelt mal welche mit nicht ausgebildeten Flügeln. Da die Rate solcher Tiere weiterhin eher gering ist und seit einiger Zeit nicht wesentlich zunimmt, ist der DWV weiterhin unwahrscheinlich. Und selbst wenn, so schlüpfen mehrheitlich gesunde Tiere. Allerdings gibt es nun immer mehr Milben im Nest, wobei deren Belastung für abfliegende Königinnen noch erträglich ist. Die Milben krabbeln meist auf Jungköniginnen, wenn diese kurz vor ihrem endgültigen Abflug stehen. Fast alle Milbenarten sind dabei harmlos und für die Nester sogar nützlich. Sie überwintern mit den Königinnen und gelangen so in die neuen Kolonien im Folgejahr. Allerdings kann es vorkommen, dass die abfliegenden Königinnen von so vielen Milben erklettert werden, dass diese nicht mehr abfliegen können. Bisher konnte ich aber keine Jungkönigin bei dem Nest beobachten, wo durch Milbenlast die Königin nicht mehr fliegen konnte. Dennoch wäre sowas bei den letzten Tieren, die vom Nest abfliegen, denkbar. Ferner sind in den letzten Wochen einige Kokons auch der Fleischfliege Brachicoma devia zum Opfer gefallen. Diese belagern das starke Nest teilweise regelrecht, werden von den aufmerksamen Wächterinnen aber meist am Zutritt zum Nest gehindert. Allerdings scheinen die Fliegen - insofern sie nicht ins Nest kommen - auch im Eingangsbereich ihre Larven abzulegen, welche dann teilweise auch ins Nest finden. Dennoch ist die Ausfallrate durch diese Fliege bei der Baumhummelkolonie überschaubar. Allerdings sind mittlerweile auch Wachsmottenlarven ins Nest eingedrungen - auch weil ich seit dem Schlupf von Jungköniginnen nicht mehr mit Bacillus thuringensis behandelt habe. Insgesamt habe ich - aufgrund des Vorhandenseins von noch zahlreichen intakten Brutwaben und der vielen Parasiten - beschlossen, die intakten Waben nochmal in eine saubere Umgebung umzusetzen, damit auch die letzten Tiere noch eine gute Chance haben. Dazu habe ich - unter Protest der Arbeiterinnen - das Nest entnommen und den Kasten gereinigt und mit neuem Polstermaterial und neuer Nistwolle versehen. Die unbefallenen Waben habe ich anschließend in den Kasten zurückgelegt, ebenso wie alle gefundenen Geschlechtstiere. Die restlichen Waben habe ich schon mal ausgezählt und anschließend vor den Nistkasten gelegt. Die Arbeiterinnen holen sich dabei noch Honigvorräte aus den alten Waben und bringen sie in neue Waben ins Nest zurück.

 

Geöffnetes Baumhummelnest vor der Entnahme aus dem Nistkasten (Kasten 5) - der Grund für die Maßnahme ist insbesondere Wachsmottenbefall...

 

Zahlreiche Geschlechtstiere bewohnen neben vielen Arbeiterinnen noch das Nest, ebenso gibt es noch Brut von neuen Jungköniginnen und Drohnen...

 

Aufnahmen vom entnommenen Baumhummelnest...

 

Die oberen, intakten Brutwaben und Vorräte ohne Wachsmottenbefall werden anschließend in den zuvor gesäuberten Nistkasten mit neuem Nistmaterial zurückgesetzt...

 

Blick auf die umgesetzten Waben in neuem Nestmaterial - nun können sich auch die letzten Puppen und Larven noch erfolgreich entwickeln...


Bei der Roten Wespe steigt nun zusehends der Flugbetrieb und das Nest ist deutlich gewachsen. Der Höhepunkt ist hier im August zu erwarten.

 

Das Nest der Roten Wespe in Kasten 2 ist deutlich gewachsen...


Zur Bilanzierung des Baumhummelnestes erst einmal nur so viel: deutlich über 300 Jungköniginnen sind im Nest geschlüpft (offene Königinnenkokons). Damit ist es das erfolgreichste Nest, welches ich bisher hatte. Die genaue Bilanz erfolgt mit dem Absterben der Kolonie zu einem späteren Zeitpunkt.

 


16.07.2017: Bei den Baumhummeln geht es langsam weiter bergab. Noch etwa 30-40 Arbeiterinnen bewohnen das Nest neben etwa 10-15 Jungköniginnen. Allerdings gibt es neue Eigelege von Drohnenbrut im Nest. Die Eier stammen dabei von dominanten Arbeiterinnen. Ob diese Eier aber noch zur Entwicklung kommen, ist fraglich. Die Jungköniginnen aber werden alle noch erfolgreich abfliegen können - nicht zuletzt durch das Umsetzen der noch intakten Waben in der vergangenen Woche in eine neue und saubere Nestumgebung  ohne Wachsmotten.

 

Der Sommerflieder blüht mittlerweile - ein Stelldichein für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge...

 

Im Baumhummelnest (Kasten 5) herrscht weiter Betriebsamkeit - letzte Jungköniginnen bewohnen neben 30-40 Arbeiterinnen die Waben...

 

Die Roten Wespen haben mittlerweile ein schönes Nest errichtet. Etwa 40-50 Arbeiterinnen düften den Bau schätzungsweise bewohnen. Da ich die letzte Woche entnommenen Waben aus dem Baumhummelnest aufgrund noch vorhandener Honigreste immer mal wieder in den Garten stelle, wo die Baumhummelarbeiterinnen sich den Honig noch aus den Waben holen, lassen sich dort nun vermehrt auch Rote Wespen aus meinem Nest blicken. Auch diese holen dort den süßen Honig aus den Waben und bringen ihn als Nahrung für die erwachsenen Tiere ins Nest. Eine Gelegenheit für einige Aufnahmen...

 

Arbeiterin der Roten Wespe an Honigtönnchen (diese Hummelwaben wurden vorige Woche aufgrund von Wachsmottenbefall entnommen)...

 

 

Weitere Aufnahmen...

 

Blick auf das Nest der Roten Wespe in Kasten 2

 


 

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