Zusammenfassung unserer Tätigkeiten in der Saison 2022

 

Auch in diesem Jahr haben wir aus Zeitgründen nicht zu jeder Tätigkeit einen größeren Bericht erstellt, sondern - wie 2021 - unsere Tätigkeiten gleich zusammenfassend in Form einer Liste dokumentiert. Dabei erfolgt hintereinander (chronologisch) die Schilderung der Umsiedlungsfälle und Absicherungsmaßnahmen sowie ausgewählter Beratungsfälle. Das Ganze wird parallel zur laufenden Saison aktualisiert. Der grundsätzliche Ablauf der einzelnen Umsiedlungen ist in der nachfolgenden Liste nicht im Detail dargestellt. Dazu lohnt ein Blick in die Berichte der Vorjahre.

 

Eine Saison-Bilanzierung mit der aufgewendeten Gesamtzeit und den gefahrenen Kilometern sowie mit der Gesamtzahl an Fällen und den insgesamt aus den diesjährig umgesetzten Nestern hervorgegangenen Geschlechtstieren wird schließlich zum Jahresende hin noch ergänzt.

 

Nachfolgend nun die Auflistung der relevantesten Fälle in der Saison 2022. In dieser Liste wird auch die Weiterentwicklung der genannten Fälle (bspw. nach der Umsiedlung) dargestellt sowie die finale Bilanz des jeweiligen Falls.

 


Fall 1: 12.05.2022, Hornissen – Großschirma – Rolladenkasten


In diesem Fall hatte eine Hornissenkönigin einen Rolladenkasten zur Nestgründung angenommen und vor einem Tag mit dem Eintrag von Baumaterial begonnen. Da die Bewohner die Königin entdeckten und schnell reagierten, konnten wir hier die Königin mittels Kescher in diesem sehr frühen Stadium der Nistplatzannahme und des Baubeginns abfangen. Da der Rolladenkasten in die Fassade eingebaut wurde, wäre eine Umsiedlung hier später nicht möglich gewesen. Um eine spätere Abtötung durch einen Schädlingsbekämpfer zu verhindern, haben wir das Tier also abgefangen und gut gesättigt einige Kilometer entfernt wieder freigelassen. Hier kann die Königin nochmals neu mit der Nestgründung starten.

 

Die Königin wird einige Kilometer entfernt vom anvisierten Neststandort freigelassen und bekommt zuvor noch eine Portion Bienenfutterteig...

 

Weitere Entwicklung:

Keine Angabe, da keine weitere Beobachtung möglich.


Bilanz:

Keine Angabe, da keine weitere Beobachtung möglich.

 


Fall 2: 17.06.2022, Waldwespe - Falkenberg (bei Freiberg) - Dachkasten

 

In einem geräumigen Dachkasten eines Gartenhauses sollte eine Hornisse mit dem Nestbau begonnen haben - soweit die Meldung am Telefon. Aufgrund der Allergie eines Gartennutzers lag hier ein Umsiedlungsfall vor. Vor Ort aber konnten wir keine Hornissennestgründung im Dachbereich vorfinden. Die Hornissenkönigin hatte dort wohl nur öfters gejagt, nistete aber irgendwo anders in der Umgebung. Im zugänglichen, aber schmalen Dachkasten aber fanden wir unzählige leere Wespennester und ein leeres Hornissennest aus vergangenen Zeiten. Darunter war auch ein bewohntes Waldwespennest, dessen Beflug bei der Besichtigung sofort auffiel. Der Einflugbereich lag direkt über der Terrasse. Aufgrund der genannten Allergie entscheiden wir uns zur Umsiedlung des Nestes mittels Absaugtechnik. Dazu mussten wir in den Dachkasten hineinkriechen, was auf Dauer etwas unbequem war. Die Um- und Aussiedlung selbst verlief ansonsten problemlos und die etwa 50 Arbeiterinnen flogen sich gut am neuen Nest-Standort ein.

 

Das bewohnte Waldwespennest im Dachkasten...

 

Für die Umsiedlung mussten wir in den Dachaufbau/Dachkasten hineinkriechen...

 

 

links: zurückkehrende Tiere werden u.a. auch von Außen abgefangen; rechts: das entnommene Nest wird in einen Umsiedlungskasten eingeklebt...

 

Das Nest im Nistkasten nach der Aussiedlung...

 

Weitere Entwicklung:

27.06.2022: Das Nest hat sich sehr schön weiterentwickelt und etwa 90-120 Arbeiterinnen bewohnen inzwischen das Nest. Das Nest selber ist auf 3 größere Etagen und mehr als 15 cm Durchmesser angewachsen.

 

27.06.2022 - 10 Tage nach der Umsiedlung - das Nest ist deutlich gewachsen und es herrscht rege Betriebsamkeit...

 

03.07.2022: Im Nest gibt es inzwischen die ersten Jungköniginnen und Drohnen. 2 Jungköniginnen saßen heute - bei warmem Wetter am Abend - am Nest. Am Flugloch ließen sich ab und an einige weitere Geschlechtstiere blicken. Weiterhin wird rege gebaut und etwa 100-150 Arbeiterinnen bewohnen das Nest.

 

03.07.2022 - Blick auf das schön entwickelte Waldwespennest, rechts oberhalb des Fluglochs sitzt eine Jungkönigin...

 

19.07.2022 / 20.07.2022: Seit dem 03.07. bewohnen zahlreiche Geschlechtstiere das Nest, welche nach einigen Tagen unter guter Fütterung dann Abschied vom Nest nehmen. Gerade in den Frühstunden und vormittags fliegen Drohnen und Jungköniginnen vom Nest ab, um sich zu paaren. Aktuell ist einiges los am Nest, gerade auch durch das sehr heiße Wetter derzeit. Insgesamt erreichte die Arbeiterinnenanzahl vor einigen Tagen geschätzt 150-180 Arbeiterinnen. Aktuell ist immer noch von etwa 150 Arbeiterinnen auszugehen, ggf. auch noch mehr. Allerdings werden nun immer häufiger Larven aus dem Nest geworfen, weil die Arbeiterinnen diese nicht mehr versorgen können. Grund sind die vielen Geschlechtstiere, welche jetzt die volle Aufmerksamkeit der Arbeiterinnen fordern. Gerade abends sitzen bei sehr warmen Temperaturen zahlreiche Arbeiterinnen und Geschlechtstiere am Nest, ein toller Anblick.

 

19.07.2022 / 20.07.2022 - Das Waldwespennest am Tag, auf der Nesthülle sind 2 deutlich größere Jungköniginnen erkennbar...

 

Jungköniginnen und Drohnen neben Arbeiterinnen am Nesteingang...

 

Und so sieht es am späteren Abend am Nest aus - zahlreiche Tiere sitzen auf der Nesthülle, auch bedingt durch die warmen Temperaturen...

 

Deutlich fallen die größeren Jungköniginnen auf...

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!


Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 3: 21.06.2022, Sächsische Wespe - Freiberg - Dachaußenseite

 

Diesmal war es ein Nest der Sächsischen Wespe, welches aufgrund von Arbeiten im Nistbereich von einem Flachdachvorsprung umgesiedelt werden musste. Das eher kleine Nest wurde zunächst auf die Anwesenheit einer Kuckuckswespe kontrolliert, was erfreulicherweise nicht der Fall war. Das Nest bestehend aus 2 Wabenetagen und dem Beginn einer 3. Etage wurde nachfolgend in einen Vogelkasten eingebaut und der Kasten samt Nest anschließend wieder am Dach befestigt. Die etwa 50 Arbeiterinnen flogen anschließend des Kasten an. Nachts dann, als alle Tiere im Kasten waren, wurde dieser verschlossen und zum Aussiedlungsstandort gebracht. Am Folgetag konnten sich die Tiere dann am neuen Standort einfliegen.

 

Das kleine Nest der Sächsischen Wespe unter einem Dachvorsprung...

 

Blick auf den Wabenbaum, die Altkönigin versteckt sich oberhalb der obersten Wabenetage...

 

Nach Einbringung des Nestes in einen Vogelkasten wird der Kasten am alten Neststandort aufgehängt, sodass die Tiere das Nest darin leicht finden können; nachts dann, wenn alle Tiere im Nest sind, wird dieser verschlossen und zum neuen Standort gebracht...

 

Weitere Entwicklung:

02.07.2022: Das Nest hat sich seit der Umsiedlung gut weiterentwickelt. Insgesamt 100-130 Tiere bewohnen den Vogelkasten, bei der Umsiedlung waren es noch etwa 50 Tiere. Das Flugloch wurde mit Hüllpapier deutlich verkleinert.

 

02.07.2022 - Guter Flugbetrieb am umgesiedelten Nest der Sächsischen Wespe...

 

24.07.2022: Nachdem das Volk in den letzten Wochen Geschlechtstiere freigesetzt hat, wird es langsam ruhiger am Nest. Letzte Geschlechtstiere bewohnen noch das Nest und werden von den verbliebenen Arbeiterinnen versorgt.

 

24.07.2022 - Blick von unten her auf das seit der Umsiedlung gewachsene Nest im Nistkasten - für die Aufnahme wurde das untere Brettchen des Vogelkastens geöffnet...

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!


Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 4: 02.07.2022, Sächsische Wespe - Großschirma - Küchenspüle

 

Gemeldet wurde ein großes Nest der Sächsischen Wespe im Unterschrank einer ausgebauten und trocken untergestellten Küchenspüle in einem Kleingarten. Da die Küche nach Renovierungsarbeiten nun wieder eingebaut werden sollte, musste das Nest umgesiedelt werden. Leider kam uns ein Bruträuber zuvor und riss wahrscheinlich 2 Tage vor der geplanten Umsiedlung das Nest in dem zugänglichen Spülschrank herunter. Für uns bestand nun die Aufgabe, Schadensbegrenzung zu betreiben. Die oberste Wabe war noch vorhanden und voller Brut. Hier tummelten sich auch noch viele Jungköniginnen neben der Altkönigin. Auch mehr als 200 Arbeiterinnen waren noch übrig. Die abgerissenen Waben haben wir leider nicht mehr finden können und wurden wohl vom Bruträuber verschleppt. Wir siedelten die verbliebenen Nestbestandteile und Tiere in einen Vogelkasten um. Auf diese Weise können noch die letzten Tiere schlüpfen und die vorhandenen Geschlechtstiere erfolgreich abfliegen. Diese Umsiedlung war jedoch nicht die einzige Umsiedlung an dem Tag. In dem selben Garten fiel neben der Spüle noch ein abgestellter Karton mit Holzschnipseln auf, in welchen Wespen einflogen. Das war dann Fall 5 (siehe unten)…

 

Das abgerissene Nest der Sächsischen Wespe in einem Spülschrank...

 

 

Die Tiere werden abgefangen und zusammen mit den verbliebenen Nestteilen in einen Vogelkasten umgesiedelt...

 

Am Aussiedlungsstandort gibt es noch eine Portion Bienenfutterteig...

 

Weitere Entwicklung:

04.07.2022: Am Kasten herrscht Flugbetrieb und die verbliebenen Geschlechtstiere sowie die noch vorhandene Brut werden weiter versorgt.

 

24.07.2022: Mittlerweile hat der Flugbetrieb nachgelassen. Nachdem die nach dem Übergriff verbliebenen Geschlechtstiere dank der Umsiedlung in Ruhe versorgt werden konnten und letztlich abgeflogen sind, haben die verbliebenen Arbeiterinnen nun nur noch letzte Drohnen aus den Kleinzellen der obersten Etage zu versorgen - die einzige Etage, welche den Übergriff damals überstanden hatte. Zum Schutz vor der Witterung haben die Tiere seit der Umsiedlung aber die Nesthülle wieder komplettiert.

 

24.07.2022 - Blick von unten her in den Nistkasten und auf das Nest - die Nesthülle wurde komplett ersetzt...

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 5: 02.07.2022, Gemeine Wespe - Großschirma - Karton

 

Neben der Umsiedlung des heruntergerissenen Nestes der Sächsischen Wespe (Fall 4) ergab sich vor Ort im Kleingarten noch ein weiterer Umsiedlungsfall. In einem abgestellten Karton mit Holzschnipseln hatte es sich die Gemeine Wespe gemütlich gemacht. Da dieses Volk an dem Standort direkt inmitten der überdachten Terrasse nicht unproblematisch war, entscheiden wir uns hier auch für eine Umsiedlung. Solange die Nester klein sind, geht das bei dieser Art noch recht bequem. Zunächst mussten wir uns erst einmal Schritt für Schritt durch das Isolationsmaterial in dem Karton arbeiten, um das Nest darin zu finden. Schließlich wurden wir fündig und fanden ein kleines Nest mit etwa 50 Arbeiterinnen vor. Die Waben (Nesthülle war kaum vorhanden) siedelten wir anschließend in einen Hornissenkasten um. Das Abfangen der Tiere erfolgte mit der Absaugmethode. Letztlich konnten Nest, Königin und Arbeiterinnen erfolgreich zum Aussiedlungsstandort verbracht werden.

 

Irgendwo hier drin ist das Nest der Gemeinen Wespe...

 

Gefunden ;)

 

Das Nest nach der Umsiedlung und nach Vereinigung von Nest und Arbeiterinnen im Nistkasten...

 

Weitere Entwicklung:

04.07.2022: Die Wespen waren fleißig und haben die Nesthülle bereits in weiten Teilen ersetzt. Auch die Königin krabbelt munter im Nest umher, alles scheint also gut gelaufen zu sein.

 

04.07.2022 - Blick auf das Nest - eine neue Nesthülle wurde errichtet...

 

Von unten her kann man noch auf die Waben samt Brut blicken, oben ist auf der Wabe auch die deutlich größere Königin erkennbar...

 

24.07.2022: Das Nest ist seit der Umsiedlung gut gewachsen und etwa 150-200 Arbeiterinnen bewohnen inzwischen den Bau. Um das Volk etwas zu unterstützen, gab es auch wieder eine kleine Portion Bienenfutterteig...

 

24.07.2022 - Blick auf das gewachsene Nest - das Volk sollte sich nun immer schneller entwickeln, der Höhepunkt wird hier erst Anfang/Mitte September erreicht sein...

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 6: 10.07.2022, Sächsische Wespe - Erlabrunn - Heizkessel

 

Diese Umsiedlung führte uns nach Erlabrunn. Dort hatte die Sächsische Wespe unbemerkt ihr Nest in einem verpackten und im Frühjahr abgestellten Heizkessel errichtet. Nun aber soll der Kessel zeitnah verbaut werden, weshalb das Nest umziehen musste. Das eher kleine Nest befand sich zwischen Kesselunterseite und der Dämmung. Es konnte nach dem Abfangen der Arbeiterinnen (etwa 40-50 Arbeiterinnen) mittels Saugmethode anschließend entfernt und in einen Vogelkasten eingebaut werden. Das Nest bestand zum Umsiedlungszeitpunkt aus 3 kleinen Etagen, auf Etage 2 war bereits verdeckelte Geschlechtstierbrut zu sehen. Erste Drohnen befanden sich bereits im Nest. Am Aussiedlungsstandort wurden dann Nest und Arbeiterinnen wieder vereint und die Umsiedlung konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

 

 

Links: der verpackte Heizkessel, die Wespen fliegen über die Palette in den Zwischenraum zw. Kessel und Dämmung; rechts: zunächst werden die Arbeiterinnen abgefangen...

 

Blick auf das Nest, eine Nestseite wurde an die Dämmung angebaut, das Nest selber an der Kesselunterseite aufgehängt...

 

Das in den Vogelkasten umgesetzte Nest, hier noch ohne Arbeiterinnen - die am Dämm-Material angebaute Seite ist offen und erlaubt einen Blick auf die Wabenetagen...

 

Weitere Entwicklung:

11.07.2022: Die Tiere haben die Umsiedlung auf den ersten Blick gut überstanden und fliegen rege ein und aus. Zudem wird die noch offene Nestseite bereits repariert und sie wird bald wieder geschlossen sein.  

 

11.07.2022 - Blick auf das Nest - bald wird die offene Stelle wieder geschlossen sein, man sieht bereits deutlich die neuen Hüllansätze...

 

18.07.2022: Heute konnte die erste Jungkönigin beim Abflug beobachtet werden. Das Volk hat sich gut am neuen Standort eingelebt und es herrscht guter Flugbetrieb.

 

18.07.2022 - Die Nesthülle wurde komplett ersetzt, zudem fliegen Geschlechtstiere vom Nest ab...

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 7: 14.07.2022, Sächsische Wespe - Zschopau - Verkaufsstand im Schlossgelände

 

Diesmal wurden wir ins Schloss Wildeck in Zschopau gerufen. Hier sollte ein in diesem Jahr noch nicht genutzter Verkaufsstand für ein Fest genutzt werden. Der Verkaufsstand befand sich direkt auf dem Hofgelände. Bei Betreten und Nutzbarmachen des Standes wurde ein Mitarbeiter gestochen. Der Grund: Im Stand unterhalb des Tresens hatte sich ein Wespennest entwickelt. Da der Stand in wenigen Tagen genutzt werden und um den Stand herum ein Fest stattfinden sollte, war eine Umsiedlung notwendig. Vor Ort zeigte sich, dass es sich um die Sächsische Wespe handelte. Die Arbeiterinnen wurden mittels Saugtechnik abgefangen. Mehr als 170 Arbeiterinnen bewohnen derzeit den Bau bestehend aus 3 Etagen. Erste Geschlechtstiere fanden sich ebenfalls bereits im Nest. Nach Abfangen der Arbeiterinnen wurde das Nest in einen Vogelkasten umgesetzt und die Arbeiterinnen wurden am Aussiedlungsstandort wieder mit dem Nest vereinigt. Die Tiere flogen sich anschließend gut ein und die Umsiedlung war damit beendet.

 

 

Links: der Neststandort im Schlosshof; rechts: das Nest unter dem Tresen des Verkaufsstandes...

 

Nach und nach abgefangene Arbeiterinnen in der Fangbox, verköstigt mit Bienenfutterteig...

 

Nach Zusammenführung und Aussiedlung: Das Nest und die Tiere im Nistkasten...

 

Weitere Entwicklung:

17.07.2022: Heute haben wir wieder nach dem Nest gesehen. Es herrscht guter Flugbetrieb und zeitweise konnten wir Geschlechtstiere auf der Nesthülle beobachten. Das recht große Flugloch des Kastens haben wir noch mittels Schrauben verengt, damit kein Vogel in den Kasten gelangen kann. Nun können die Tiere hier in Ruhe ihre Saison abschließen. 

 

17.07.2022 - Nachkontrolle - am Nest herrscht rege Betriebsamkeit...

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 8: 17.07.2022, Feldwespe (Polistes dominula) - Amtsberg, OT Weißbach - Eingangstür zu einer Firmenhalle 

 

Nur selten müssen auch mal Feldwespen umgesetzt werden – so wie im folgenden Fall. Nach Umbaumaßnahmen im Gelände eines Unternehmens musste eine Tür, die zuvor nicht relevant war, wieder verstärkt genutzt werden. Dummerweise hatten sich aber am Türrahmen dieser Tür Feldwespen (P. dominula) niedergelassen. Mit dem Öffnen und Schießen der Tür reagierten auch die Tiere auf die Erschütterung, weshalb das Nest umgesetzt werden musste. Die 17 Bewohner inkl. der Königin wurden abgekeschert und anschließend wurde das Nest in gleicher Orientierung wie zuvor in einen Nistkasten eingeklebt. Am Aussiedlungsstandort wurde der Kasten angebracht und die abgefangenen Tiere wurden wieder auf die Wabe gesetzt. Danach wurde der Kasten bis auf einen Spalt verschlossen, damit die Tiere die veränderte Nistsituation besser bemerken und nicht einfach vom Nest abfliegen. Feldwespen haben mit der Neuorientierung oft mehr Schwierigkeiten als andere Wespenarten. Später wurde dann der Kasten geöffnet und die Tiere hatten wieder eine ähnlich offene Nistweise wie zuvor am Türrahmen. Der Standort wurde hinsichtlich Wärme und Sonne auch ähnlich zum vorherigen ausgewählt.

 

Das Feldwespennest im Türrahmen...

 

Die Tiere werden abgekeschert und anschließend die Wabe entfernt - Nest und Tiere werden anschließend am neuen Standort in einem Nistkasten vereint...

 

Weitere Entwicklung:

18.07.2022: Die Tiere haben sich eingewöhnt und Flugverkehr ist vorhanden. Die Umsiedlung scheint also geglückt zu sein.

 

18.07.2022: Die Tiere auf ihrem Nest am neuen Standort, rechts etwas Bienenfutterteig...

 

29.07.2022: Das Volk hat sich schön weiterentwickelt und neue Tiere sind geschlüpft. Mehr als 20 Tiere sitzen am Nest, auch ein erster Drohn ist bereits dabei. Die Brut hat sich ebenfalls sehr gut weiterentwickelt und neue Zellen sind verdeckelt. Es sieht also alles gut aus am Nest.

 

29.07.2022: Blick auf das schön entwickelte Feldwespennest - Foto: S. Emmrich

 

07.08.2022: In den letzten Tagen sind zunächst vermehrt Drohnen und inzwischen auch neue Jungköniginnen geschlüpft. Die Brutbelegung nimmt unterdessen ab, was auf das Erreichen des Kolonie-Höhepunktes hindeutet.

 

07.08.2022: Am Nest befinden sich inzwischen vermehrt Jungköniginnen und Drohnen... - Foto: S. Emmrich

 

Weitere Entwicklung wird bei Gelegenheit ergänzt!

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 9: 08.08.2022, Hornissen - Conradsdorf - Spitzdachboden mit Hitzestau

 

Umsiedlung Nummer 9 war unsere erste richtige Hornissennestumsiedlung in diesem Jahr. Das Nest befand sich auf einem Spitzboden und die Hausbesitzer berichteten uns von toten Tieren und Larven auf dem Dachboden in Folge des heißen Wetters. Eine Umsiedlung war hier sinnvoll, um den Hitzestress der Tiere zu reduzieren, zumal das Wetter weiterhin sehr warm bis heiß bleiben sollte. Das Nest hat sich am Standort bisher ziemlich gut entwickelt und wir fanden ein Nest mit mehr als 300 Arbeiterinnen vor. Die Waben waren aber teils sehr unterschiedlich belegt. Statt ringförmig mit Brut gleichen Alters belegten Waben befanden sich hier oft Eier und kleine Larven direkt neben größeren Larven oder Puppen, was auf durch die Hornissen entfernte Brut und neue Brutbelegung in Folge von Brutverlusten hindeutet. Unter dem Nest fanden sich auch vermehrt tote Larven, was so früh im Jahr noch ungewöhnlich ist und auf Hitzestress hindeutete. Die Aussagen der Hausbesitzer waren folglich nachvollziehbar. Das Nest wurde also umgesiedelt und kann nun am neuen Standort bei besserer klimatischer Lage seine Saison abschließen. Das starke Volk wird so sicherlich noch viele Geschlechtstiere ab Ende August freisetzen können.

 

Das große Hornissennest auf dem Dachboden...

 

Mehr als 300 Arbeiterinnen bewohnen bereits den Bau...

 

Königin auf ihrem Nest - beim Blick auf die Waben fällt der sehr unterschiedliche Besatz mit Brut unterschiedlichen Alters auf - ein Zeichen für Brutausfall in Folge von Hitzestress...

 

Nest am neuen Standort nach Zusetzen der Arbeiterinnen...

 

Rege Betriebsamkeit am Nistkasten...

 

Weitere Entwicklung:

Wird von Zeit zu Zeit ergänzt...

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


Fall 10: 10.08.2022, Hornissen - Großschirma - Dachaußenseite eines Wohnblocks

 

Die nächste Umsiedlung war aufgrund der exponierten Lage des Nestes nicht ganz einfach. Es handelte sich um ein Hornissennest, welches nach Aussage der Bewohner erst seit kurzer Zeit am neuen Standort entstanden war. Das klang folglich sehr nach einer Filiale. Das Nest wurde an einem Wohnblock außen am Dach errichtet. Da sich das Nest über einem genutzten Balkon befand und sich auch durch die Nachtaktivität der Tiere hier Probleme bei den vielen beleuchteten Wohnungen einstellten, war eine Umsiedlung notwendig geworden. Bereits am 29.07. und 01.08. waren wir vor Ort, um nach dem Ursprungsnest der Filiale zu suchen. Diese stundenlange Suche war leider erfolglos. Zwar fanden sich einige Wespennester, aber kein Hornissennest. Folglich blieb uns nichts anderes übrig, als mit der Umsiedlung noch etwas zu warten, um das Ende der Filialbildung abzuwarten. Am 10.08. dann erfolgte die Umsiedlung der ca. 4 Wochen alten Filiale, da nun davon auszugehen war, dass die Filialbildung abgeschlossen war. Mit Hilfe einer Hebebühne, die von einem Dachdecker gestellt wurde, wurde das Nest umgesetzt. Das Nest beherbergte etwa 60-70 Arbeiterinnen und bestand aus 3 Wabenetagen. Bei der Umsiedlung könnten wir aber feststellen, dass das Nest leider drohnenbrütig war. Die Königin scheint bei der Filialbildung verloren gegangen zu sein. Mehrfach konnten wir am Nest Arbeiterinnen bei der Eiablage beobachten. Schade, aber auch so kann das Nest durch das Freisetzen von Drohnen noch einen kleinen Beitrag zum Arterhalt leisten.

 

 

Links: der Neststandort am Dach eines Wohnblocks; rechts: Blick auf das Nest...

 

 

Mittels Hebebühne geht es nach kurzer Einweisung nach oben...

 

Umsiedlung des Nestes in gewohnter Weise...

 

Nach Vereinigung von Nest und Arbeiterinnen am neuen Standort...

 

Weitere Entwicklung:

Wird von Zeit zu Zeit ergänzt...

 

Bilanz:

Wird am Ende der Nestentwicklung ergänzt.

 


 

Weitere Fälle werden zeitnah ergänzt...

 

 

© www.insektenstaaten.de / Dr. Michel Oelschlägel         Hier: Das insektenstaaten.de-Team stellt sich vor       Hier: Kontakt, Impressum und Datenschutz

CMS