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5. Oktober 2009: Weiterhin grau und trüb zeigt sich der Oktober in diesen Tagen. Etwa 10 °C werden am Tage noch erreicht. Dennoch herrscht noch rege Betriebsamkeit am Nest. Weiterhin gibt es zahlreiche Jungköniginnen und Drohnen im Nest.

 

weiterhin verstecken sich Jungköniginnen in den Lufttaschen

 

Jungkönigin wird von einer Arbeiterin gefüttert

 

Blick in das Nest

 


7. Oktober 2009: Seit gestern ist das Wetter wieder flugfreundlicher und auch zeitweise sonnig, wodurch nun wieder vermehrt Drohnen und Jungköniginnen zur Verpaarung abfliegen. Einige Drohnen wollen das Nest nicht so recht verlassen und werden von den Arbeiterinnen regelrecht aus dem Nest getrieben. Zumindest aber werden diese nesteigenen Drohnen im Gegensatz zu den Männchen fremder Nester, welche am Nest Jungköniginnen zur Verpaarung abfangen wollen, meist nicht verletzt.

 

flugfreundliches Wetter

 

Blick auf das Nest

 

 

weiterhin herrscht rege Betriebsamkeit am Nest

 

Jungkönigin

 

Ein Drohn wird von den eigenen Arbeiterinnen aus dem Nest gejagt...

 

 

Abflug von Drohnen

 


11. Oktober 2009: Zwar sind die Tageshöchstwerte wieder etwas gesunken, aber tagsüber ist es sonnig und oft wolkenlos, wodurch weiterhin Verpaarungen stattfinden. Allerdings sieht man nun nur noch vereinzelt mal eine Jungkönigin am Nest. Damit scheint nun der ganze Nachwuchs der Ende August verstorbenen Altkönigin geschlüpft und größtenteils schon abgeflogen zu sein. Weiterhin tummeln sich aber viele Drohnen am Nest, wobei fast alle diese nun im Nest lebenden Männchen von Eiern stammen, welche Arbeiterinnen nach dem Tod der Altkönigin noch gelegt haben. Etwa 100-150 Arbeiterinnen bewohnen noch das Nest. Nächste Woche soll es nun aber deutlich kälter werden und auch erste Schneefälle kündigen sich an.

 

Blick über das Erzgebirge

 

Blick auf das Nest

 

auch auf der 9. Wabenetage gibt es immer mehr verdeckelte Zellen

 


18. Oktober 2009: Am 15.10. gab es im Erzgebirge einen Wintereinbruch, teils mit Schneefall bis auf 250 m hinab. Oberhalb von 400 m konnte sich teils eine 15 cm dicke Schneedecke bilden, in den Hochlagen fielen > 40 cm Neuschnee in 36 h. Zwar taute diese Schneedecke bis zum 18.10. in den unteren Lagen meist wieder ab, aber es blieb kalt. Am Nest war somit heute keine Aktivität mehr feststellbar. Kaltestarre Hornissen saßen im Nest und in den Lufttaschen. Beim Schneefall waren keine Beute- und Nahrungsflüge mehr möglich. Da auch nur noch wenige Larven vorhanden waren, hatten die Hornissenarbeiterinnen und Drohnen auch keine Möglichkeit, von den Larven ausreichend Nahrung zu erbetteln (Larven können bei Schlechtwetterperioden Futtersaft absondern), um selbst aktiv zu bleiben und das Nest ausreichend zu wärmen. Die meisten Larven sind daher nun starr oder erforen, ebenso wie die restlichen Puppen, da das Nest mit dem Erstarren der Arbeiterinnen auskühlte.

 

 

Schneefall am 15.10.09

 

 

 

 

Bis zum 18.10. zog sich die Schneedecke in die Hochlagen zurück, aber es ist weiter kalt...

 

Keine Aktivität mehr am Nest - die Arbeiterinnen sind kältestarr...

 


24. Oktober 2009: Nach einer wieder etwas wärmeren Woche, teils aber mit Nachfrösten, habe ich wieder nach dem Nest gesehen. Tatsächlich leben noch einige Arbeiterinnen und fliegen aus und ein. Ebenso scheint es noch einzelne Drohnen zu geben. Es werden aber kaum noch mehr als 30 Tiere sein. Der Rest hat den markanten Wintereinbruch nicht überstanden oder nach dem Tod der Brut das Nest verlassen.

 

Auf den ersten Blick wirkt das Nest verlassen...

 

... aber hin und wieder gibt es noch Bewegung am Nest.

 


31. Oktober 2009: Heute waren nach einer weiteren frostig kalten Nacht keine Lebenzeichen am Nest mehr feststellbar, weshalb ich den kunstvollen Bau geborgen habe. Dabei fand ich noch 2 kaltestarre Drohnen im Nest. Das Nest (53 cm lang, 43 cm breit, 30 cm tief) bestand aus 10 Wabenetagen, wobei 2 Etagen ausschließlich aus Kleinzellen für die Aufzucht von Arbeiterinnen aufgebaut waren. Die Hälfte der 3. Etage bestand bereits auch Großzellen für die Aufzucht von Geschlechtstieren. Ab der 4. Etage wurden nur noch Großzellen gebaut. Vor allem die 5. und 6. Wabenetage war auch sehr breit und umfasste ca. 400 Zellen. Die Altkönigin starb zwar bereits verhältnismäßig früh, aber sie bestiftete alle Zellen bis zur 5. Etage fast vollständig (außer einzelne Randzellen) sowie den Großteil der 6. Etage. Auch die 7. Etage wurde im Zentrum noch von der Altkönigin bestiftet. Anschließend legten die Arbeiterinnen noch Eier, wodurch noch Drohnenbrut bis zur 10. Etage herangezogen wurden. Durch den Kaltlufteinbruch kam aber nur die Brut bis zur 8. Etage noch zur Entwicklung. In Etage 9 gelang nur wenigen Drohnen im Zentrum der Wabe noch zum Schlupf. Die Geschlechtstierbrut (Jungköniginnen, Drohnen) von der Altkönigin war erfreulicherweise bis zum Kaltlufteinbruch Mitte Oktober vollständig geschlüpft und konnte noch erfolgreich abfliegen, wodurch nur die letzten Drohnen der Arbeiterinnen nicht mehr zur Entwicklung kamen, was aber kein allzu großer Verlust ist.

 

 

 

Nach einer frostigen Nacht...

 

Das Nest ist verlassen...

 

Grobe Zählungen zeigten, das über 430 Jungköniginnen erfolgreich aus dem Nest hervorgegangen sind. Zwar gab es bei den stürmischen Verpaarungen am Nest im Laufe des Septembers auch einige Ausfälle, weil Jungköniginnen versehentlich durch die Arbeiterinnen verletzt wurden, welche die fremden Drohnen attackierten, aber der Großteil der Jungköniginnen sollte nach erfolgreicher Begattung ein Winterquartier gefunden haben. Zudem müssten auch viele Drohnen dieses Nestes auch bei anderen Kolonien in der Umgebung noch zum Zuge gekommen sein und sich verpaart haben. Damit scheint zumindest für diese Region die Nachkommenschaft für die Saison 2010 mehr als gesichert zu sein, und das trotz des markenten Wintereinbruchs Mitte Oktober.

 

Blick auf den verlassenen Wabenbau, der aus insgesamt 10 Wabenetagen bestand... 

 

 

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