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17.07.2020: Bei den Steinhummeln sind noch ca. 30-50 Arbeiterinnen vorhanden. Ein Nestbereich nahe des Einganges wurde inzwischen aufgegeben und die Brut ist hier abgestorben. Große Teile des restliches Nestbereichs sind inzwischen mit einer Wachsschicht oder mit Nistmaterial überzogen bzw. verfüllt worden. Das hat zum Ziel, die noch vorhandene Brut möglichst warum zu halten, auch wenn die Zahl der Arbeiterinnen abnimmt. Denn es befindet sich weiterhin viel Drohnen-Brut im Nest, welche umsorgt wird. Damit noch möglichst viele Tiere zur Entwicklung kommen und um die ausfliegenden Arbeiterinnen zumindest etwas vor Dickkopffliegenbefall zu schützen (dieser Parasit beschleunigt oft das natürliche Absterben der Steinhummelvölker, da die Arbeiterinnen der Steinhummel jetzt um die Jahreszeit besonders gerne befallen werden), habe ich heute nochmal intensiv zugefüttert. Im Nest leben neben vielen Drohnen auch noch einige Jungköniginnen, die nun nach und nach endgültig abfliegen werden.

 

Blick auf das Steinhummelnest, welches mittlerweile an vielen Stellen mit einer schützenden Wachsdecke oder mit Nistmaterial überzogen wurde...


Bei den Erdhummeln und Gartenhummeln war ebenfalls Flugverkehr vorhanden. Dort schaue ich in den nächsten Tagen wieder genauer rein.


Im Garten meiner Eltern sind die Wiesenhummeln inzwischen komplett abgestorben. Einzelne Wachsmottenlarven leben mittlerweile im Nest. Aus dem Nest sind neben vielen Drohnen ca. 100 Jungköniginnen erfolgreich abgeflogen - eine sehr schöne Bilanz.

 

Blick auf das verlassene Wiesenhummelnest im Garten meiner Eltern...

 


20.07.2020: Bei den Steinhummeln sind immer noch 30-40 Arbeiterinnen vorhanden und weiterhin krabbeln viele Drohnen im Nest umher. Allerletzte Jungköniginnen findet man auch noch, die kurz vor ihrem Abflug in die Winterquartiere stehen.

 

Bei den Steinhummeln schlüpfen immer noch zahlreiche Drohnen...


Die Erdhummeln entwickeln sich immer besser und haben die Mottenbehandlung vor einer Woche sehr gut überstanden. Zwar gibt es immer noch einige kleine Mottenlarven, aber es ist viel Hummel-Brut vorhanden. 40-50 Arbeiterinnen betreuen das Nest und 70-80 Kokons und verpuppungsreife Larven neuer Arbeiterinnen befinden sich neben vielen Eigelegen und kleineren Larven im Nest. Das Nest hat sich seit der Umsiedlung sehr schön weiterentwickelt. Wegen der Wachsmotten muss die weitere Entwicklung dennoch aufmerksam verfolgt werden.

 

Bei den Erdhummeln geht es gut voran und mittlerweile gibt es viel Brut in jedem Entwicklungsstadium...


Bei den Gartenhummeln sind nun nochmal viele Drohnen und Jungköniginnen geschlüpft. Letzte Kokons befinden sich im Nest, dann wird das Nest mit seiner Entwicklung durch sein. Die Altkönigin habe ich im Übrigen hier schon länger nicht mehr gesehen. Trotz nur noch weniger Arbeiterinnen ist das Nest nach wie vor versorgt, wenngleich mittlerweile alle restlichen Arbeiterinnen als Sammlerinnen tätig sind. Zur Unterstützung habe ich heute nochmal zugefüttert.

 

Bei den Gartenhummeln schlüpfen die letzten Geschlechtstiere, im Bild sind viele Jungköniginnen und Drohnen zu sehen...

 


25.07.2020: In unserem Garten gibt es neue Mitbewohner. Ein Ackerhummelvolk musste umgesiedelt werden und wohnt nun in unserem Garten. Die Umsiedlung fand am 24.07. statt, der Bericht ist hier zu finden. Heute haben wir das Nest nochmal nachkontrolliert und das Volk mittels Laborduranglas gefüttert. Die Umsiedlung hat gut funktioniert und die Tiere haben sich bereits gut am neuen Standort eingeflogen. Auch im Kasten ist alles in Ordnung. Die Kolonie ist - untypisch für Ackerhummeln - aber bei Störungen direkt am Nest recht reizbar. Etwa 35-40 Arbeiterinnen bewohnen das Nest.

 

Blick auf das umgesiedelte Ackerhummelnest im Nistkasten, oben links ist die deutlich größere Königin erkennbar...


Bei den Steinhummeln sind neben mind. 30 Drohnen noch etwa 20-25 Arbeiterinnen vorhanden. Im Nest gibt es weiterhin Kokons, aus denen in den nächsten Tagen noch weitere Drohnen schlüpfen werden. Neue Eigelege oder Brutwaben mit Larven habe ich aber nicht mehr entdecken können. Das Nest ist mittlerweile fast komplett mit Wachs oder Nistmaterial überzogen. An einer Stelle, wo sich auch viele Drohnen aufhielten, habe ich die Wachsschicht vorsichtig etwas geöffnet und nochmal etwas Zuckerlösung in die leeren Tönnchen dort gefüllt, damit genügend Nahrung - auch für die letzten Nachzügler - zur Verfügung steht. Danach habe ich die Stelle vorsichtig wieder geschlossen.

 

Blick auf das Steinhummelnest mit nahezu geschlossener Nestdecke...

 

Blick in einen noch belebten Nestbereich mit zahlreichen Drohnen und einigen Kokons...


Bei den Gartenhummeln finden sich nur noch wenige Kokons im Nest. Diese Kokons werden binnen weniger Tage noch schlüpfen. Letzte Geschlechtstiere bewohnen das Nest. Weniger als 5 Arbeiterinnen stehen zudem noch zur Verfügung. Auch erste Wachsmottenlarven befinden sich im Nest, werden aber jetzt keinen Schaden mehr anrichten, da die Kolonie eh bald verlassen sein wird. Obwohl es noch ein paar gefüllte Honigtönnchen und einen Pollentopf gibt, habe ich auch hier nochmal mit Zuckerlösung unterstützt.

 

Beim Gartenhummelnest wird es immer ruhiger, letzte Geschlechtstiere und Arbeiterinnen bewohnen das Nest...


Bei den Erdhummeln ist sehr viel Brut vorhanden. Binnen 2 Wochen sollte die Volkstärke hier bei über 100 Arbeiterinnen liegen. Die Königin ist weiter gesund und munter, das Nest gut versorgt. Vereinzelt sieht man auch mal eine kleine Wachsmottenlarve, aber die Situation scheint derzeit unter Kontrolle zu sein. Da das Volk recht spät dran ist, habe ich auch hier nochmal mit Zuckerlösung unterstützt.

 

Blick in das Erdhummelnest - hier sieht alles gut aus und es gibt viel neue Brut...

 


31.07.2020: Bilanz bei Stein- und Gartenhummeln + weitere Entwicklung der übrigen Arten! Bei der heutigen Nestkontrolle war bei den Steinhummeln zunächst niemand mehr zu Hause. Nur ein einzelnes Bündel von Drohnenkokons fand ich noch im Nest. Der Rest des Nestes war mittlerweile stark von Wachsmottenlarven befallen. Vor einigen Tagen war dahingehend noch nichts zu erkennen. Folglich habe ich das Nest herausgenommen und den Nistkasten intensiv gereinigt. Die eine verbliebene Wabe bestehend aus 18 Drohnenkokons wollte ich mitnehmen, ev. schlüpft daraus ja noch jemand. Im Zuge der Kastenreinigung habe ich auch gleich die Waben ausgezählt und die Bilanz des Volkes kann sich sehen lassen. Insgesamt wurden 1007 Kokons angelegt, davon 417 Arbeiterinnenkokons, 150 Königinnenkokons und 440 Drohnenkokons. Durch Brachicoma devia gab es bei der Geschlechtstierbrut aber auch Ausfälle, die aber nur durch regelmäßige Nestkontrollen bei dieser Art abgeschätzt werden können. Das liegt daran, dass die Kokons nicht - wie bei Erdhummeln - einfach geschlossen bleiben (und damit am Saisonende gut gezählt werden können), sondern auch von Arbeiterinnen geöffnet werden und die befallene Brut entsorgt wird. Letztlich sind also auch diese Kokons "offen", was eine nachträgliche Bilanzierung des Fliegenbefalls kaum möglich macht. Durch die Nestkontrollen konnte man aber immer gut erkennen, wo Brutwaben wenige Tage nach der Verpuppung von den Arbeiterinnen geöffnet wurden. Auf Basis dieser Beobachtung kann ich sagen, dass insgesamt mind. 32 bis maximal 40 Königinnenkokons dieser Fliege zum Opfer gefallen sind und etwa 70, maximal bis zu 100 Drohnenkokons. Dennoch sind mind. 110 Jungköniginnen und >300 Drohnen geschlüpft. Der Großteil der Jungköniginnen sollte auch erfolgreich in die Winterquartiere abgeflogen sein und bei der großen Anzahl an Drohnen sollte auch auf diesem Weg ein nicht unerheblicher Teil des Genpools von diesem Volk für die kommende Saison weitergegeben worden sein. Nachdem ich fertig war, konnte ich noch 4 Steinhummelarbeiterinnen an der Stelle, wo vorher der Steinhummelkasten stand, suchen sehen. Scheinbar gab es doch noch 4 Sammlerinnen, welche vorher alle draußen unterwegs waren. Daher habe ich die Wabe bestehend aus Drohnenkokons und einige mit Zuckerlösung aufgefüllte Honigtönnchen in einen anderen, kleinen Kasten eingebracht und diesen dann dort hingestellt, wo vorher der Schweglerkasten war. Die Arbeiterinnen fanden nach einiger Zeit die Waben und können nun noch die letzte Drohnenbrut ohne Wachsmottenlarven zu Ende betreuen. Vielleicht schlüpfen diese letzten Drohnen ja alle noch.

 

Das entnommene Steinhummelnest - ein wirklich beachtliches Bauwerk bestehend aus mehr als 1000 Kokons...


Bei den Gartenhummeln fand ich noch 3 Arbeiterinnen und 2 Jungköniginnen im Nest. Brut gibt es keine mehr und es werden auch keine Tiere mehr schlüpfen. Im Nest gibt es unterdessen zahlreiche kleine Wachsmottenlarven. Daher habe ich das Nest zusammen mit einem Teil des Einstreus entfernt, um möglichst viele Mottenlarven zu beseitigen. Einige intakte Waben habe ich nachfolgend mit Zuckerlösung gefüllt und zurück in den Kasten gelegt, damit die letzten Tiere noch in Ruhe und ohne Wachsmottendruck im Nest leben können. Die Waben des Nestes habe ich dabei auch bereits ausgezählt und es ergibt sich folgende Bilanz: 36 Königinnen sind geschlüpft, ein großer Königinnen-Kokon abgestorben; 152 Drohnen sind geschlüpft, 4 Drohnen im Kokon abgestorben; 25 Arbeiterinnen sind geschlüpft. Befall durch Brachicoma devia gab es hier so gut wie keinen. Damit hat auch dieses kleine Volk trotz weniger Arbeiterinnen erfolgreich abschließen können.

 

Das fast verlassene Gartenhummelnest vor der Entfernung von Wachsmottenlarven; unter dem Nest verstecken sich noch zwei Jungköniginnen und 3 Arbeiterinnen fliegen noch aus...


Bei den umgesiedelten Ackerhummeln geht es gut voran. Mittlerweile sind 50-60 Arbeiterinnen vorhanden und der erste Drohn krabbelt im Nest umher. Auch die Königin ist wohlauf und es gibt neue Brutwaben. Das Volk habe ich nochmals mit einer großen Portion Zuckerlösung unterstützt.

 

Rege Betriebsamkeit beim umgesiedelten Ackerhummelnest - die Tiere haben sich gut am neuen Standort eingelebt...


Erfreulich sieht es auch bei den umgesiedelten Erdhummeln aus. 50-70 Arbeiterinnen bewohnen das Nest, binnen 10 Tagen sollten es um oder knapp über 100 Arbeiterinnen sein. Zudem werden im Nest nun die ersten Geschlechtstiere herangezogen, was an deutlich größeren Larven (die der künftigen Königinnen) erkennbar ist. Das Volk verhält sich unterdessen bei den Nestkontrollen durchaus wehrhaft und einige Arbeiterinnen greifen beim Öffnen des Kastens recht schnell an. Immer noch sieht man hier und da kleine Wachsmottenlarven, weshalb das Nest weiter unter genauer Beobachtung steht. Auch für dieses Volk gab es im Zuge der Kontrolle noch eine Portion Zuckerlösung.

 

Bei den Erdhummeln geht es nun in die reproduktive Phase und erste Larven neuer Königinne befinden sich im Nest (links)…

 

Betriebsamkeit am Nest, wenn nicht gerade viele Tiere zur Verteidigung abfliegen...

 


05.08.2020: Bei den Gartenhummeln sind nun alle Tiere abgeflogen/gestorben und das Nest ist verlassen. Folglich konnte ich hier heute den Kasten reinigen. Auch bei den Steinhummeln sind nun die letzten Arbeiterinnen abgestorben. Aus der letzten Brutwabe sind noch 2 Drohnen geschlüpft und abgeflogen. Ob aus der Wabe noch Drohnen nachfolgen, ist schwer zu sagen. Vorsichtshalber habe ich die Brutwabe mit nach Hause genommen. Mal schauen, ob sich hier noch was tut. Bei den umgesiedelten Ackerhummeln herrscht dagegen weiter rege Betriebsamkeit, da diese Art einen langen Entwicklungszyklus hat. Neue Brut ist vorhanden und das Nest kommt gut voran - wenngleich arttypisch langsamer. Da die letzte Portion an Zuckerlösung auch wieder restlos aufgebraucht war, gab es heute noch eine neue Portion. Die Erdhummeln werde ich in den kommenden Tagen noch kontrollieren. Heute war dafür leider nicht ausreichend Zeit.

 

Blick auf das schön entwickelte Ackerhummelnest, welches seit der Umsiedlung in unserem Garten lebt...

 


07.08.2020: Heute habe ich noch die Erdhummeln kontrolliert. Mittlerweile leben ca. 100 Arbeiterinnen im Nest und es sind die ersten Kokons neuer Jungköniginnen erkennbar. Weiterhin gibt es viel Geschlechtstierbrut in verschiedenen Stadien und die Vorratshaltung ist sehr gut. Insgesamt sieht die Entwicklung hier gut aus, wenngleich - wie schon öfters geschrieben - das Volk recht spät dran ist. Leider gibt es auch bei diesem Volk ersten Befall durch Brachicoma devia. Ich hoffe, dass sich der Befall auch zukünftig in Grenzen halten wird und nicht zu viele Kokons der Geschlechtstiere betroffen sein werden.

 

Blick in das Erdhummelnest - deutlich sind die großen Kokons und Larven neuer Königinnen erkennbar...

 


 

Tagebuch wird bei Gelegenheit weiter aktualisiert...

 

 

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