11.07.2019, Mitteldorf - Umsiedlung eines kleinen Hornissennestes

 

Die zweite Hornissenumsiedlung 2019 führte uns nach Stollberg, genauer nach Mitteldorf. Hier hatten Hornissen im Dachbereich eines flachen Schuppens gebaut, welcher aber in Folge von Sturmschäden dringend erneuert werden musste. Daher konnte das Nest nicht bis zum Jahresende an seinem Standort verbleiben.

 

11.07.2019 - Tag der Umsiedlung


Am 11.07. fand schließlich die Umsetzung des Nestes statt. Zunächst wurde der Zugang zum Nest erweitert, indem einige Bretter abgeschraubt wurden. Das Nest selber bestand aus zwei kleinen Wabenetagen und etwa 15 Arbeiterinnen. Die Arbeiterinnen wurden vorsichtig abgekeschert und in einen Fangkasten gesetzt. Zuletzt wurde noch die Königin vorsichtig abgefangen und separat aufbewahrt. Die Königin und auch die Arbeiterinnen bekamen jeweils etwas Apifonda, um die Umsiedlung besser zu überstehen. Danach wurden die Waben vorsichtig geborgen und in den Umsiedlungskasten geklebt. Anschließend ging es zum Aussiedlungsstandort.

 

Blick auf das Nest von der Innenseite des Schuppens...

 

Die Holzbretter unter dem Nest werden entfernt, um einen besseren Zugang zum Nest zu haben...

 

Blick auf das Nest von unten her - oben ist der Hinterleib der Königin zu sehen...

 

Vorsichtig werden nachfolgend die Arbeiterinnen abgekeschert...

 

...und in die Fangbox gesetzt...

 

Auch die Königin wird hier noch vorsichtshalber abgefangen, da das Nest noch recht klein ist. Später im Jahr kann sie mit den Waben umgesetzt werden, da sie diese dann nicht mehr verlässt...

 

Die Waben werden nun vorsichtig inspiziert und anschließend...

 

... in den Umsiedlungskasten eingebaut.


Ausgesiedelt wurden die Hornissen diesmal im Schuppen eines Mitarbeiters der Naturschutzbehörde. In dem Schuppen befindet sich ein Beobachtungskasten, bei welchem durch eine Glasscheibe auch in den Nistkasten hineingeschaut werden kann. In diesen Kasten wurde der Umsiedlungskasten mit dem Nest eingeschoben und anschließend die Königin wieder zugesetzt. Etwas Apifonda wurde noch im Kasten verteilt und dann noch der Fangkasten mit den Arbeiterinnen in den Kasten gestellt. Mittels Faden wurde dieser im geschlossenen Zustand des Beobachtungskastens geöffnet und die Hornissen konnten wieder auf ihre Wabe klettern. Nach einiger Zeit wurde noch das Flugloch freigegeben und die Hornissen flogen sich in ihrer neuen Umgebung ein. Damit war die Umsiedlung erst einmal beendet. Der Fangkasten wurde in den Folgetagen noch entnommen.

 

In diesen Schuppen mit eingebautem Hornissen-Beobachtungskasten wurden die Hornissen umgesiedelt, rechts ist das bereits geöffnete, obere Flugloch erkennbar. Das Flugloch wurde nach dem Zusammenbringen der abgefangenen Arbeiterinnen und der Königin am Nest sowie nach einer kurzen Beruhigungszeit freigegeben und die Tiere konnten sich neu einfliegen...

 

08.08.2019 - Nachkontrolle

 

Heute haben wir mal wieder nach dem Nest gesehen. Es hat sich gut weiterentwickelt und besteht aus mind. 4 Wabenetagen. Auch der Flugverkehr hat deutlich zugenommen. Leider sind durch das Glasfenster des Beobachtungskastens keine guten Aufnahmen möglich, wenngleich eine visuelle Beobachtung darüber sehr spannend ist. Zumindest ist hier alles in Ordnung und es geht gut voran. 

 

03.09.2019 - Neue Informationen zur Nestentwicklung

 

Das Hornissenvolk hat seinen Höhepunkt erreicht und bringt es auf gut 200 Flugbewegungen in 10 min. Gut 300 Hornissenarbeiterinnen gehören dem Nest an. Die genaue Anzahl der Wabenetagen ist schwer abzuschätzen. Auf jeden Fall hat sich das Nest sehr schön entwickelt und sollte bald erste Geschlechtstiere freisetzen.

 

14.09.2019 - Geschlechtstiere im Nest

 

Mittlerweile bewohnen auch viele Geschlechtstiere das Nest, die vor allem in den Vormittagsstunden abfliegen. Weiterhin herrscht reger Flugverkehr und viel Nahrung wird für die jungen Königinnen und Männchen herangeschafft. Vielen Dank an Steffen Emmrich für die beiden Fotos vom Flugbetrieb.

 

Betriebsamkeit am Flugloch - Foto Steffen Emmrich

 

Nochmal etwas näher... - Foto Steffen Emmrich


Der Bericht wird gelegentlich aktualisiert!


 

 

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