30.08.2019, Freiberg - Hornissenumsiedlung aus Gartenhütte

 

Die nächste Hornissen-Umsiedlung – mittlerweile Nr. 15 im Jahr 2019 – führte uns in einen Kleingarten in Freiberg. Dort hatten sich Hornissen in einem Hohlraum zwischen Schrank und Dach in einem Abstellraum einer Gartenhütte niedergelassen. Zunächst waren die Tiere dort nicht aufgefallen, da der Zwischenraum zwischen dem Schrank und dem darüberliegenden Dach der Gartenhütte nach vorne hin mit Styropor zugebaut bzw. verkleidet war. Nun aber hatten sich die Hornissen, denen es in diesem Hohlraum zu eng wurde, durch das Styropor durchgefressen und waren in den als Gerätelager benutzten Raum durchgebrochen.


30.08.2019 -Tag der Umsiedlung


Am heutigen Nachmittag führten wir die Umsiedlung durch. Zunächst wurde ein Teil der Hornissen von der Rückseite der Gartenhütte her (dort befand sich das Einflugloch) mittels Saugmethode abgefangen. Danach ging es in dem Abfangen in dem engen Raum der Gartenhütte weiter. Insgesamt schätzten wir allein die Arbeiterinnenzahl auf ca. 150 Tiere. Bald darauf waren die meisten Tiere abgefangen. Nun legten wir langsam das Nest frei. Dieses war aufgrund der geringen Höhe des Hohlraums massiv in die Breite gebaut worden. Auf dem schmalen Nest tummelten sich mittlerweile auch viele Drohnen neben jungen Arbeiterinnen. Vorsichtig versuchten wir, das Nest im Ganzen aus dem schmalen Hohlraum zu bergen und lösten es vorsichtig von der Decke. Schließlich konnten wir es vorsichtig aus dem Hohlraum herausziehen, wobei wir es mit Holzstäben zusätzlich stabilisierten. Die Brut befand sich tatsächlich fast nur auf einer sehr großen Wabenetage. Nur im Zentrum dieser großen Etage befand sich noch eine kleine zweite Etage. Im Zentrum des Nestes war dafür etwas Platz, da hier das Nest ursprünglich gegründet wurde und die Zellen der 1. Etage hier etwas weiter oben angelegt waren als dann im weiteren Verlauf der 1. Wabe. Diese kleine 2. Etage und auch das Zentrum der großen 1. Etage bestand aus Kleinzellen für Arbeiterinnenbrut, während nach außen hin nur noch Großzellen für Geschlechtstiere (Drohnen, Jungköniginnen) angelegt wurden. Vorne in dem Bereich, wo die Hornissen durch das Styropor nach außen gebaut hatten und die Tiere schließlich auch Platz nach unten hatten, wurde ebenfalls an 2 Stellen eine 2. Etage begonnen.

 

Blick auf das durch eine Styroporwand durchgebrochene Hornissennest zwischen einem Schrank und der ebenfalls mit Styropor verkleideten Decke...

 

Hier sieht man die Gesamtsituation nochmal etwas besser...

 

Zunächst werden wieder die flugfähigen Tiere abgefangen, was mittels umgebautem Staubsauger erfolgt...

 

Die Tiere landen dabei wohlbehalten in einer Fangbox...

 

Am Nest wird es zunehmend leerer...

 

Das Nest besteht vorwiegend aus einer großen Wabenetage, die aus Platzgründen diesmal erheblich in die Breite erweitert wurde...

 

Das vorsichtig entnommene Nest...

 

Blick auf die Hauptwabe mit viel Brut, im Zentrum befindet sich noch eine kleine 2. Etage, darunter ist grau die mit eingebaute kleine Wabe eines alten Wespennestes erkennbar...


Während einer von uns die Wabe in den Nistkasten einbaute, was ohne nennenswerte Brutverluste nur durch eine Drehung des Nistkastens um 90 Grad gelang, fing der andere noch die letzten Tiere im Hohlraum ab. Darunter war auch die Altkönigin, die sich in einem Stück Nesthülle versteckte, das sich noch im Hohlraum befand. An einer Stelle war im Übrigen auch ein altes Wespennest in das Hornissennest eingebaut worden. Nach gut 3 Stunden waren alle Tiere eingefangen und das Nest sicher in den Hornissenkasten eingebaut. Nun ging es zum Aussiedlungsstandort.

 

Das Nest wird nun - anders als sonst - quer in den Nistkasten eingebaut, um möglichst alle Brutzellen zu erhalten...


Am Aussiedlungsstandort wurde der Hornissenkasten diesmal quer und um 90 Grad gedreht an einer geeigneten Stelle aufgehangen und die Fangbox mit den Hornissen in den Nistkasten hineingestellt. Wir verschlossen den Nistkasten und öffneten die Fangbox von außen mittels Faden, wodurch die Hornissen wieder auf ihr Nest krabbeln konnten. Nach einiger Zeit öffneten wir die Fluglöcher am Nistkasten und die Tiere konnten sich neu einfliegen. Die Fangboxentnahme erfolgte am Folgetag.

 

Am Aussiedlungsstandort wird der Kasten diesmal ebenfalls quer aufgehängt und die Fangbox seitlich eingeschoben...

 

Danach wird die Fangbox im Kasten geöffnet und die Tiere können wieder auf das Nest krabbeln. Nach kurzer Beruhigungszeit werden dann die Fluglöcher freigeben und die Tiere fliegen sich neu ein...


31.08.2019 – Fangboxentnahme


Heute war am Nistkasten rege Betriebsamkeit sichtbar – ein gutes Zeichen. Vorsichtig wurde anschließend der Nistkasten geöffnet und die Fangbox entnommen. Der Protest der Hornissen war erheblich. Danach aber hatten es die Tiere überstanden und beruhigten sich schnell wieder. Bei der Fangboxentnahme warfen wir noch einen kurzen Blick auf das Nest. Auch hier war alles in Ordnung und sogar die Altkönigin gab sich die Ehre. Nun können die Hornissen hier in Ruhe ihre Saison abschließen.

 

Blick auf das Nest bei der Fangboxentnahme - hier herrscht rege Betriebsamkeit...

 

Betriebsamkeit am Flugloch...

 

04.09.2019 – Nachkontrolle


Heute haben wir nochmal nach dem Nest geschaut. Das Volk hat sich gut am neuen Standort eingelebt. Allerdings geht der Neubau der Nesthülle schleppend voran, da viele Geschlechtstiere versorgt werden müssen und durch die flache Bauweise auch viel Nesthülle ersetzt werden muss. Bevor es nun kälter wird, werden wir nochmal den Nistkasteninnenraum etwas verkleinern, damit es den Tieren leichter fällt, die Brut dann warm zu halten. Zunächst aber gab es zur Unterstützung nochmal eine größere Ladung Bienenfutterteig.

 

Auf dem Nest tummeln sich zahlreiche Geschlechtstiere, noch fast ausschließlich Drohnen. Aber das wird sich noch ändern und bald werden auch vermehrt Jungköniginnen schlüpfen...

 

Eine große Ladung Bienenfutterteig gibt es am Flugloch zur Unterstützung der Tiere...

 

06.09.2019 – Verkleinerung des Brutraumes


Wie bereits angekündigt haben wir heute den Nistkasteninnenraum verkleinert, damit die Tiere ihr Nest im Hinblick auf die ersten kühleren Nächte und Tage besser warmhalten können. Aufgrund der Breite des Nestes und der bereits vorhandenen Geschlechtstiere, welche ebenfalls die Arbeiterinnen fordern, dauert der Neubau der Nesthülle länger. Um Brutverluste durch kühle Temperaturen zu vermeiden haben wir daher heute mittels Pappe und Papier den Innenraum so reduziert, dass es den Tieren nun leichter fallen sollte, die Waben warm zu halten. Zudem gab es auch wieder Bienenfutterteig zur Unterstützung. Mittlerweile gibt es im Nest übrigens auch die ersten Jungköniginnen.

 

Blick auf das Nest: vor allem um die großen Larven und Puppen wurde bereits Nesthülle gebaut, da diese am empfindlichsten sind - aber dennoch kommt der Hüllenbau eher schleppend voran...

 

Ein Grund sind die bereits zahlreich vorhandenen Geschlechtstiere im Nest, die auch versorgt werden wollen...

 

Daher haben wir in Vorbereitung auf die ersten kühleren Tage und Nächte den Brutraum deutlich reduziert...

 

Zudem gab es auch wieder Bienenfutterteig zur Unterstützung...

 

Der Bericht wird gelegentlich aktualisiert!

 

 

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