Französische Feldwespe/ Haus-Feldwespe (Polistes dominula)

 

(früher Polistes dominulus bzw. gallicus)


 

links: Königin; rechts: Anfangskolonie mit 3 Weibchen unter einem Dachziegel

 

Nestgründung durch eine Königin...

 

Großes Nest der Haus-Feldwespe

 

Dieses große Nest wurde in einer Weihwasserschale auf einem Friedhof errichtet...

 

Aussehen:

Schlanker Körperbau mit reichlicher Gelbfärbung. Auf dem Hinterleib brillenähnliche Zeichnung als Erkennungsmerkmal aller Feldwespen. Auf dem Kopfschild dieser Feldwespe findet man auf gelben Untergrund einen schwarzen Fleck, der gelegentlich auch fehlen kann. Weitere und zuverlässigere Unterscheidungskriterien zu den anderen Arten sind:

 

1.) Hälfte der Fühler beim Blick von oben gelbfarben

- ähnlich zu P. bischoffi

- während die Fühler bei P. nimpha und biglumis von oben komplett schwarz erscheinen

 

2.) Gesicht schmal wirkend

- ähnlich zu P. bischoffi und nimpha

- während das Gesicht von P. biglumis eher breiter wirkt

 

3.) komplett schwarze Kieferzangen

- ähnlich zu P. nimpha

- während bei P. bischoffi und P. biglumis gelbe Punkte mit vorhanden sind

 

4.) Thoraxzeichnung nahe Kopf mit 2 Punkten und mehr Gelbzeichnung

- ähnlich zu P. bischoffi

- während bei P. nimpha und P. biglumis die zwei Punkte fast immer fehlen und der Thorax dunkler wirkt

 

Verdeutlichung einiger Kriterien: Gelbe Fühler beim Blick von oben (Kriterium 1) und Gelbzeichnung mit 2 Punkten auf dem vorderen Thorax (Punkt 4)

 

Das Gesicht wirkt eher schmal (Kriterium 2) und die Kieferzangen sind schwarz (Kriterium 3)

 

Hier sieht man, dass die variable Kopfzeichnung mit oder ohne schwarzem Fleck auch innerhalb eines Nestes vorkommen kann; aber auch auf diesem Bild sind die Merkmale 1-4 schön erkennbar...

 

Größe:

Königin: Länge: 14-18 mm
Arbeiterin: Länge: 10-16 mm
Drohne: Länge: 13-16 mm

 

Flugzeiten:

Königinnen ab April; Arbeiterinnen ab Juni bis September; Geschlechtstiere von Juli bis in den September

 

Nistweise:

Die Nester werden in unseren Breiten meist in umschlossenen Räumen wie in Felsspalten oder Felshöhlen sowie auch auf Dachböden oder unter Dachziegeln angelegt (mögliches Unterscheidungsmerkmal zu den anderen, freinistenden Arten), selten aber auch frei im Außenbereich. Weiterhin sind bei dieser Art die Neststandorte oft auch weit oben (>1 m vom Boden entfernt, teils an Dächern deutlich darüber) zu finden und nicht so bodennah wie bei allen anderen Polistes-Arten (kann ein Unterscheidungsmerkmal sein). Die Nester selbst werden aus oberflächlich verwittertem Holz hergestellt, wodurch das Nest eine graue Färbung erhält. Es werden manchmal aber auch verwitterte Pflanzenfasern für den Nestbau benutzt, wobei die Zellwände daraufhin wie ein Fasernetz aussehen. Die Nester besitzen nur eine Wabe (Wabe bis über 10 cm Durchmesser), welche oft vertikal oder geneigt an den Untergrund angebaut ist. Die Puppendeckel sind bei der Art weiß (Unterschied zu P. biglumis). Eine Schutzhülle fehlt. Diese Art ist selbst im Nistbereich nicht aggressiv (Unterscheidungsmerkmal zu P. bischoffi) und tritt auch sonst nie lästig in Erscheinung.

 

Volkstärken:

meist 10 bis 30 Arbeiterinnen, gelegentlich auch mehr

 

Besonderes:

Es kann vorkommen, dass mehrere Königinnen ein Nest gründen. Dabei gibt es aber eine Rangordnung der Königinnen untereinander. Das ranghöchste Tier legt die Eier während sich die übrigen Weibchen als Arbeiterinnen betätigen. Stirbt das ranghöchste Tier ab, so tritt das nächst höhere Exemplar an dessen Stelle. Weiterhin sind gelegentlich Wiederbesiedlungen von Vorjahresnestern bekannt.

 

 

© www.insektenstaaten.de / Dr. Michel Oelschlägel         Hier: Das insektenstaaten.de-Team stellt sich vor       Hier: Kontakt, Impressum und Datenschutz

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