Gefahren

 

1.Mensch

 

Die größte Bedrohung, und auch die, welche diese Tierart an den Rand der Ausrottung gedrängt hat (deshalb ist diese Art auch geschützt), ist der Mensch. Da hohle Bäume, die ursprünglichen Niststätten der Hornissen, immer seltener zu finden sind, werden künstliche Nisthöhlen im menschlichen Bereich das neue Domizil der Hornissen. Doch genau hier kommt es zu Problemen

zwischen Mensch und Tier. Aus Angst vor den Großinsekten werden die Tiere unaufhörlich gejagt. Grund dafür ist nicht nur die Größe, sondern hauptsächlich die überlieferte Vorstellung, das 3 Hornissenstiche einen Menschen töten. Diese Aussage sollte mittlerweile Dank der vielen Widerlegungen durch Wissenschaftler eigentlich nichts an Richtigkeit behalten. Dennoch hält sich dieses "Horrormärchen" noch im Gedächtnis der Menschen fest. Sicher ist es möglich, dass eine Person durch einen Hornissenstich in Lebensgefahr gebracht werden könnte, aber nur, wenn es sich bei dieser Person um einen hochgradigen Allergiker handelt. Ein "gesunder" Mensch braucht sich darüber keine Sorgen machen. Gefährlich wird es erst dann, wenn viele hundert Tiere gestochen haben, doch endet dies meist auch nicht tödlich. Bei den größten Kolonien gehören bis zu 600 Tiere dem Nest an, wobei aber nie 600 Tiere gleichzeitig im Nest angetroffen werden (Ausflüge). Bei einer Störung greifen zudem nie alle Hornissen aus dem Nest

 

Natürliche Niststätten wie hohle Bäume werden jedoch immer seltener, sodass

die Tiere auf andere Nistplätze ausweichen müssen, wodurch eine Konfrontation

zwischen Hornisse und Mensch vorprogrammiert ist...

 

Hornissennest in einer Baumhöhle, der natürlichen Niststätte der Hornisse

 

gleichzeitig an, sodass die Möglichkeit, durch ein Volk in Lebensgefahr gebracht zu werden, vernachlässigbar klein ist. Da Hornissen nicht an süße Speisen gehen, ist die Gefahr eines 

problematischen Stiches im Rachenraum ebenso sehr gering. Ein weiterer Problempunkt in der Begegnung Hornisse-Mensch ist der von den Hornissen verursachte Abfallhaufen unter ihrem Nest. Um dieser Erscheinung vorzubeugen, hat sich das Unterlegen einer Zeitung mit Sägespänen bewährt, was die Exkremente und Flüssigkeiten, die vom Nest herabfallen, bindet. Bei regelmäßiger Säuberung ist dieses Problem völlig ausgeräumt.

 

2.Wachsmotte

 

Der bereits bei den Hummeln beschriebene Falter befällt nicht nur Hummelvölker, sondern wie ebenfalls schon gesagt auch Wespenvölker, zu denen auch die Hornissen zählen. Ob es sich hierbei um genau dieselbe Wachsmottenart handelt, ist noch nicht bekannt. Auch hierzu dringt dieser Falter in ein Hornissennest ein und legt nach Annahme des Nestgeruches einige Eier. Aus diesen Eier schlüpfen wiederum Larven, welche sich von der Hornissenbrut ernähren und sich noch im Nest verpuppen. Auch hier kann der Befall durch die Wachsmotte an verwebten Nestteilen erkannt werden und auch hier stirbt das Volk, welches durch diese Parasiten zu stark geschwächt wird, häufig ab.

 

3.Wespenbussard

 

Dieser Raubvogel hat sich auf die Erbeutung von Wespen und Hornissen spezialisiert. Er selbst ernährt sich hauptsächlich von den Insekten, für seine Brut benötigt er jedoch die eiweißreichen Larven dieser Tiere. Dabei gräbt er Erdnester aus oder plündert freihängende Nester und bringt die Waben mit den Larven zu seinen Jungen, um diese zu füttern.

 

 

Schutz

 

1. Bieten von Nistmöglichkeiten

 

Die ursprünglichen Siedlungsräume der Hornisse, Laubmischwälder mit alten morschen, hohlen Bäumen sind heutzutage fast völlig verschwunden. Laubmischwälder mussten Fichtenmonokulturen weichen und in den Wäldern selbst werden alle morschen Bäume gefällt, wobei den Hornissen ihre Siedlungsräume genommen werden. Wen wundert es, dass da die Hornissen auf andere Höhlen ausweichen müssen und gerade diese Höhlen sind Dachböden oder Schuppen. Und schon kommt es zu Nachbarschaftsproblemen, vielleicht weniger aus Sicht der Hornissen, aber deutlich aus der Sicht der Menschen. Viele Kolonien werden dabei illegal zerstört, denn Hornissen stehen unter Naturschutz. Um Hornissen zu helfen, sollte man als erstes dafür sorgen, dass Hornissen überhaupt erst einmal einen Nistplatz zur Gründung eines Volkes finden. Mithilfe von Nistkästen kann man diesem Problem zu Leibe rücken. 

Der Kasten sollte die folgenden Maße nicht unterschreiten, da Hornissen große Nester bauen. Der Kasten sollte:

 

- 60 cm lang sein


- 30 cm tief und breit sein


- aus starkem Fichtenholz bestehen


- zwei Fluglöcher besitzen (einen Haupteingang und einen

  Nebeneingang, einmal oben und einmal unten an der Nistkastentür)


- ein leicht überstehendes schützendes Dach haben


- die Unterseite des Daches sollte angeraut sein (für bessere

  Stabilität des Hornissennestes)

          

großes Hornissennest

 

praktisches Beispiel eines Hornissenkastens

 

Der Unterboden des Nistkastens sollte auch eine Ausflussöffnung (schräg angeordnete Aluminiumplatten) besitzen, damit Kot und Beutereste sich nicht so stark ansammeln können.

 

Der Kasten wird dann an einer sonnen- und witterungsgeschützten Stelle aufgestellt oder aufgehängt (z.Bsp an einen Baum). Eine Besiedlung wie bei den Hummeln ist recht schwierig und sollte deshalb unterbleiben, da meistens die Hornissen selbst ein solchen passenden Hohlraum annehmen. Man kann den Innenraum anfangs noch etwas verkleinern, was sich vor allem in feuchten, kalten Jahren auszeichnet, da das Mikroklima des Nistkastens nun ansprechender für Hornissenköniginnen ist. Wenn sich einmal eine Königin für dieses neue Heim entschieden hat, kann man natürlich auch wie bei den Hummeln zufüttern. Dafür eignet sich am besten Bienenfutterteig (Apifonda). Diese Zufütterung kann dazu führen, dass sich die Nester länger halten und schneller wachsen als normal. Ein starkes Volk kann übrigens einen gesamten Garten quasi schädlingsfrei halten.   

 

 

 

2.Toleranz

 

Dies ist der zweite wichtige Aspekt. Wie oft geschieht es, dass Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung ein Hornissennest finden und hysterisch reagieren sowie Vernichtungsmaßnahmen einleiten. Grund ist wohl der schlechte Ruf der Hornissen. "3 Stiche töten einen Menschen und 7 ein Pferd". Trotz wissenschaftlicher Widerlegungen glauben viel Menschen heute noch an diese Aussage und töten deshalb grundlos Hornissen. Dabei sind mehrere hundert Stiche nötig, um einen gesunden Menschen wirklich in Gefahr zu bringen, was selbst bei starken Nestern aus bereits erwähnten Gründen unrealistisch ist. Wer wirklich schon einmal einen Sommer lang ein Hornissennest beispielsweise im Garten hatte, wird wissen, wie friedvoll und interessant die Tiere sein können. Natürlich sollte man die Tiere nicht unterschätzen und sich trotzdem vorsichtig im Nestbereich bewegen. Bei gebotener Vorsicht lassen sich die Hornissen aber sogar direkt am Nest beobachten. Dabei sollte man die Regeln beachten, die schon bei Allgemeines über Hornissen (Punkt 2 "Verhalten") aufgefasst sind. Doch nicht nur das Nest macht manchen Menschen Sorgen. Oft sieht man Hornissen z. Bsp am Flieder sitzen. Dabei beißen sie

 

Hornissen beim Ringeln an einer Weide

die Rinde auf und lecken den austretenden süßen Saft auf. Dem Flieder oder Baum schadet engegen der Angst vieler Menschen dieses sogenannte "Ringeln" in der Regel aber nicht.

 

Hornissennester im menschlichen Siedlungsumfeld: Hornissenköniginnen finden Neststandorte, an welchen sich bereits Hornissennester erfolgreich entwickeln konnten, besonders interessant, wodurch auch imposante Riesennester entstehen können, wenn das neue Nest einfach an das alte Nest gebaut wird - im obigen Bild ist ein Hornissendoppelnest zu sehen, welches aus dem Jahre 2005 (linker Teil) und 2006 (rechter Teil) stammt. In diesem Fall waren die Besitzer glücklicherweise sehr tolerant und duldeten die interessanten und schützenswerten Tiere...

 

© Michel Oelschlägel

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